Fatima

Bei der Marienerscheinung in Fatima, einem kleinen Dorf rund 130 Kilometer nördlich der portugiesischen Hauptstadt Lissabon, erschien sie "strahlender als die Sonne" erstmals im Mai 1917 Lucia de Jesus, 10 Jahre alt. ihrem Vetter Francisco Marto, 9 Jahre alt, und ihrer Cousine Jacinta Marto, 7 Jahre alt.  Insgesamt zeigte sie sich sechs Mal - jeweils am 13. des Monats.

Dieser Ort und auch die Jungfrau Maria haben einen speziellen Platz im Geist und im Herzen von vielen Muslimen und auch von Personen der verschiedensten Religionen. Die Geschichte, wie dieser kleine Ort so bedeutend für Millionen von Pilgern wurde und einen bedeutenden Platz in der Zukunft der Menschheit eingenommen hat, ist beeindruckend. Viele fühlen, dass die FATIMABOTSCHAFT eine Alternative für all die Konflikte, die in der heutigen Welt herrschen, darstellt. Papst Johannes Paul II hatte eine spezielle Neigung zu Fatima. Er predigte die Fatimabotschaft als eine Alternative zu all den materialistischen Moden der heutigen Zeit, die ein so großes Tal zwischen Reich und Arm in der gegenwärtigen Welt gerissen haben und dessen Resultate soziale Aufruhen und Kriege sind.

Zur Zeit der Erscheinungen war Fatima ein sozialistisches Land, das der Katholischen Kirche strenge Richtlinien setzte und sie sogar für einige Zeit verbannte.
 

Die Erscheinungen Mariens

13. Mai 1917
Gegen Mittag des 13. Mai 1917 spielte Lucia mit Francisco und Jacinta auf einer Anhöhe der Cova de Iria. Um der sengenden Hitze zu entkommen, bauten sie sich ein kleines Häuschen aus Ästen und Blättern. Plötzlich vernahmen alle drei einen Blitz. Schnell sammelten sie die Herde ein und wandten sich dem Heimweg zu, ohne auch nur zu prüfen, von wo der Blitz bei heiterem Himmel hätte kommen können. Plötzlich sahen sie neben sich über einer Eiche erneut einen Blitz. Sie schauten nach oben und erblickten eine Frau, ganz in Weiß gekleidet, strahlender als die Sonne. Obwohl sie durch die Engelserscheinungen strahlende, übernatürliche Wesen schon kannten, schien dieses tausendfach heller und majestätischer zu sein. Überrascht durch diese Wahrnehmung hielten sie an - so nahe beim Licht, dass sie sich noch innerhalb des Lichtkranzes empfanden, der auch sie umgab. Lucia fasste Mut und fragte die Frau woher sie kam.
Die Frau antwortete, dass sie aus dem Himmel komme und bat, in den folgenden sechs Monaten, jeweils am 13., zur selben Stunde, an diesen Platz zu kommen, denn dann werde sie sagen, wer sie sei und was sie wolle. Lucia richtete weitere Fragen an die Frau: "Komme ich auch in den Himmel? Und Francisco? Und Jacinta?" Die Frau bejahte jedes Mal. Dann fragte sie die Kinder: "Wollt ihr euch Gott darbieten, um alle Leiden zu ertragen, die Er euch schicken wird, zur Sühne für die Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder?" Die Kinder bejahten dies und die Dame bestätigte ihnen: „Ihr werdet also viel leiden müssen, aber die Gnade Gottes wird eure Stärke sein!". Nachdem die Dame noch ihre Botschaft hinterließ, während des Krieges jeden Tag den Rosenkranz zu beten, erhob sich die Frau und entfernte sich langsam gegen Sonnenaufgang, bis sie ihren Blicken entschwand.

13. Juni 1917
Die Kinder waren voller Erwartung, hatte doch die Frau ihnen aufgetragen, am 13. jeden Monats in die Cova da Iria zu kommen. Zu ihnen gesellten sich einige Menschen aus dem Dorf, mit denen sie den Rosenkranz beteten. Dann sahen sie den "Blitz", ähnlich wie im Mai, auf sich zukommen, bis sie die Frau über der Steineiche erblickten. Die Frau trug Lucia auf, lesen und schreiben zu lernen - ein Auftrag, der eher ungewöhnlich war für ein einfaches Dorfkind, war doch Lesen und Schreiben zu dieser Zeit, und erst recht in Aljustrel, eher ein Privileg der Wohlhabenden. Dann bat die Frau erneut um den täglichen Rosenkranz. "Ich möchte Sie bitten", sprach Lucia die Frau an, "uns in den Himmel mitzunehmen." Die Frau antwortete: "Jacinta und Francisco werde ich bald holen. Du bleibst noch einige Zeit hier. Jesus möchte sich deiner bedienen, damit die Menschen mich erkennen und lieben. Er möchte auf Erden die Verehrung meines Unbefleckten Herzens begründen. Wer sie annimmt, dem verspreche ich das Heil, und diese Seelen werden von Gott geliebt wie die Blumen, die von mir hingestellt sind, um seinen Thron zu schmücken." Nach diesen Worten öffnete die Gottesmutter erneut die Hände, wie schon im Mai, und tauchte die Seherkinder in ein unermessliches Lichtmeer ein. Jacinta und Francisco schienen in dem Teil des Lichtes zu stehen, der sich zum Himmel erhob, und Lucia in dem Teil, der sich über die Erde ergoss. Vor der rechten Handfläche der Jungfrau befand sich ein Herz, umgeben von Dornen, die es zu durchbohren schienen. Die Kinder verstanden, dass dies das Unbefleckte Herz Mariens war, das Sühne wünscht, verletzt durch die Sünden der Menschheit.

13. Juli 1917
Die Dorfbewohner haben den Ruf der Gottesmutter vernommen. Über 4000 Leute nahmen den Rosenkranz in die Hand und begleiteten diesmal die Seherkinder zur Cova da Iria. An der Steineiche angekommen, sah Lucia bald wieder den ersehnten Blitz sich nahen. Auf die erneute Frage, was die Frau von ihr wünsche, erhielt Lucia eine Antwort, die fortan dem Rosenkranz eine unerhörte, bisher unbekannte Dimension verleihen sollte: "Betet weiterhin jeden Tag den Rosenkranz zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, um den Frieden für die Welt und das Ende des Krieges zu erlangen, denn nur sie allein kann es erreichen". Lucia bat um ein Zeichen. Doch die Gottesmutter verwies sie auf den Oktober; da werde sie ein Wunder vollbringen, damit alle zum Glauben kommen. Mit einer wiederholten Bitte, doch weiterhin täglich den Rosenkranz zu beten, öffnete die Jungfrau, wie in den zwei vorhergehenden Monaten, aufs neue die Hände und gab diesmal den Kinder eine schreckliche Vision der Hölle zu sehen: Ein Strahl schien die Erde zu durchdringen, und die Kinder sahen gleichsam ein Feuermeer und eingetaucht in dieses Feuer Teufel und Seelen, als wären sie durchscheinend und schwarz oder bronzefarbig glühende Kohlen in menschlicher Gestalt. Sie trieben im Feuer dahin, emporgehoben von den Flammen, die aus ihnen selber zusammen mit Rauchwolken hervorbrachen. Sie fielen nach allen Richtungen hernieder, wie Funken bei gewaltigen Bränden, ohne Schwere und Gleichgewicht, unter Schmerzensgeheul und Verzweiflungsschreien, die einen vor Entsetzen erbeben und erstarren machten. Die Teufel waren gezeichnet durch die schreckliche und grauenvolle Gestalt von scheußlichen, unbekannten Tieren, aber auch die waren durchsichtig und schwarz. Alle drei Kinder erschraken fürchterlich, aber Unsere Jungfrau fuhr mit sanfter Stimme fort: "Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen in der Welt begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele gerettet werden; wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat Pius’ XI. ein anderer, schlimmerer Krieg beginnen. Wenn ihr eine Nacht erhellt sehen werdet durch ein unbekanntes Licht, dann wisset, dass dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt, dass er nun die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgung der Kirche und des Heiligen Vaters strafen wird. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen zu fordern“ . Dann fuhr sie fort: „Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren, und es wird Friede sein, wenn nicht, dann wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Verfolgungen der Kirche heraufbeschwören, die Guten werden gemartert werden und der Heilige Vater wird viel zu leiden haben; verschiedene Nationen werden vernichtet werden. Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und es wird eine Zeit des Friedens der Welt geschenkt werden. In Portugal wird sich immer das Dogma des Glaubens erhalten. Davon sagt niemand etwas; Francisco könnt ihr es mitteilen“. Sie schloss mit den Worten: „Wenn ihr den Rosenkranz betet, dann sagt nach jedem Geheimnis: O mein Jesus, verzeihe uns unsere Sünden; bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die Deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen ." Dann erhob sich die Erscheinung und verschwand in östlicher Richtung in der Ferne des Firmaments

19. August 1917
Unter dem Vorwand, die Kinder vor dem Ortspfarrer zur Rechenschaft zu ziehen, wurden diese von der Portugiesischen Staatsmacht buchstäblich  aus der Hand ihrer Eltern entführt und kurzerhand ins Gefängnis der Kreisstadt Ourem geworfen. Schließlich wurden die Kinder dennoch freigelassen. Die kirchenfeindliche Staatsmacht hatte vor drei kleinen Kindern, die sich nicht scheuten, selbst ihr Leben für ihre Überzeugung zu opfern, kapituliert. So verstrich der 13. August. Die Kinder waren traurig, da sie nicht in die Cova da Iria gehen konnten. Geduldig warteten sie nun auf den 13. September. Doch schon ein paar Tage danach, am 19. August, als die Kinder mit ihren Schafen eine neue Weide aufsuchten, erreichten sie die Stelle, die „Valinhos“ heißt. Lucia bemerkte den "Blitz", den Lichtschein, mit dem die Gottesmutter ihr Kommen ankündigte. Es war wohl ein Dankeschön des Himmels, dass die Gottesmutter sich hier, in Valinhos, den Kindern zeigte und sie erneut bat, täglich den Rosenkranz zu beten für die Bekehrung der Sünder. Dem fügte sie erneut die Ankündigung hinzu, dass sie bei ihrer letzten Erscheinung ein Wunder wirken werde, damit alle glauben. Bevor die Gottesmutter verschwand, sprach sie noch die eindringlichen Worte: "Betet, betet viel und bringt Opfer für die Sünder, denn viele Seelen kommen in die Hölle, weil sich niemand für sie opfert und für sie betet." Dann erhob sie sich und verschwand, wie gewöhnlich, in Richtung Osten.

13. September 1917
Die Kunde von den Erscheinungen in der Cova da Iria verbreitete sich in Windeseile. Am 13. September waren, so vorsichtige Schätzungen, 25.000 Personen aus allen Teilen Portugals anwesend, als sich die Gottesmutter zur gewohnten Mittagszeit ankündigte. Als die Seherkinder an der Steineiche ankamen, betete das Volk schon den Rosenkranz. Die Gottesmutter ließ nicht auf sich warten. Nach der üblichen Ankündigung durch einen hellen Lichtschein sahen die Kinder sie über der Steineiche. Sie knieten nieder und vernahmen die Worte: "Betet weiterhin den Rosenkranz, um das Ende des Krieges zu erlangen."
Zurückkommend auf das Versprechen, im Oktober ein großes Wunder zu wirken, weitete sie die Vorankündigung aus und sagte: "Im Oktober wird auch Unser Herr kommen, Unsere Liebe Frau von den Schmerzen und vom Karmel und der heilige Josef mit dem Jesuskind, um die Welt zu segnen. Gott ist mit euren Opfern zufrieden, aber er will nicht, daß ihr mit dem Strick schlaft. Tragt ihn nur tagsüber." Aus lauter Busseifer hatten sich die Kinder nämlich einen rauhen Strick um den Leib gebunden, damit sie auch dann Opfer bringen könnten, wenn es mal eine Stunde geben sollte, in der sie sonst nichts aufzuopfern hätten. Voller Liebe sah die Gottesmutter auf diese Opferbereitschaft und milderte die selbstauferlegte Härte ab. Lucia bat die Gottesmutter erneut, wie auch schon bei den vorausgehenden Erscheinungen, um die Heilung "einiger Kranken und eines Taubstummen", was ihr die Gottesmutter auch sofort gewährte, bevor sie sich, im Lichtschein eingehüllt, in Richtung Osten entfernte.

13. Oktober 1917
Am 13. Oktober regnete es schon frühmorgens in Strömen. Da die Eltern Lucias fürchteten, es könnte doch noch ein "Schwindel" aufgedeckt werden und dies der letzte Tag ihres Lebens sei, munterten sie Lucia auf, zur hl. Beichte zu gehen; sie selbst wollten, um ihr Kind zu beschützen, bei der behaupteten Erscheinung in unmittelbarer Nähe sein. Die Kinder arbeiteten sich durch den großen Schlamm, unterstützt von ihren Eltern, zur Steineiche durch. Überall suchten die Menschen den Kindern ihre Bitten mitzugeben. Um die Mittagszeit knieten die Kinder nieder, denn sie sahen "ihren Blitz", währenddessen das ganze Volk, es waren schätzungsweise 70.000 Personen zugegen, durchnässt vom Regen und in tiefem Morast stehend, den Rosenkranz betete. Die Jungfrau erschien und gab sich als Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz zu erkennen. Sie bat die Kinder, ihr an jenem Platz eine Kapelle zu bauen und weiterhin täglich den Rosenkranz zu beten. Mit einem traurigem Ausdruck fügte sie hinzu: "Man soll den Herrn, unsern Gott, nicht mehr beleidigen, der schon so sehr beleidigt worden ist." Als Dank für ihre Treue öffnete die Gottesmutter vor ihrem Weggang erneut ihre Hände, und ein Strahl, stärker als die Sonne, durchflutete den Ort. Die Kinder sahen sie in gewohnter Weise am östlichen Horizont verschwinden, währenddessen die Anwesenden Augenblicke des höchsten Glücks und zugleich unaussprechlicher Schrecken, das große Sonnenwunder, erlebten. Viele Menschen waren schlagartig gesund, Lahme erhoben sich und priesen Gott, Blinde riefen ihre Freude über das zurück gewonnene Augenlicht aus und jene, die die Erscheinungen - und mit ihnen den Glauben des Volkes - bekämpften, schlugen sich reumütig und zum Zeichen ihrer Bekehrung an die Brust. Das ganze Volk in der Cova sah plötzlich ein Lichtbündel wie einen Sonnenball. Der Stern erinnerte an eine Platte aus mattem Silber. Es war möglich, ohne geblendet zu werden, in diese ‘Scheibe’ zu schauen. Sie brannte und blendete nicht. Bleich vor Schrecken, mit entblößtem Haupt, starrte alles in den blauen Himmel; der Feuerball hatte die Wolken durchbrochen und sah wie eine vibrierende Sonne aus. Die Sonne machte schroffe Bewegungen, so dass sich aus dem Mund einiger der typische Ausdruck: „Die Sonne tanzte“ löste. Sie blieb dann stehen, um nochmals zu tanzen, bis sie sich ganz vom Himmel zu lösen und auf die Leute hernieder zu fallen schien wie ein riesiges Feuerrad. Viele schrieen und bekannten laut ihre Sünden. Schließlich blieb die Sonne auf ihrem gewohnten Platz stehen. Erst als das Ereignis vorbei war, bemerkten die Menschen, dass ihre völlig durchnässten Kleider plötzlich trocken waren. Die Seher selbst bemerkten kaum etwas von dem, was um sie herum geschah. Noch schauten sie der im Horizont verschwindenden Lichtflut nach, als ihnen plötzlich weitere Schauungen zuteil wurden. Nachdem Unsere Liebe Frau in der unendlichen Ferne des Firmaments verschwunden war, sahen sie zur Seite der Sonne den heiligen Josef mit dem Jesuskind und Unsere Liebe Frau in Weiß gekleidet mit einem blauen Mantel. Der heilige Josef mit dem Jesuskind schien die Welt mit einer Handbewegung in Kreuzesform zu segnen. Kurz darauf verschwand die Erscheinung.

Die Erscheinungen von Engeln

Erste Erscheinung          
Die Steinhöhle, bei der sich ein übernatürliches Wesen zum ersten Mal den drei Kindern von Aljustrel zu erkennen gab, heißt Loca da Cabeço; der Berg, an dessen Abhang sie sich befindet, trägt den Namen Cabeço. Hierher kam die zehnjährige LUCIA DOS SANTOS mit den beiden anderen Kindern, dem neunjährigen FRANCISCO MARTO und seiner siebenjährigen Schwester JACINTA MARTO, des öfteren wegen der saftigen Weiden für die Schafe und der kleinen Höhlen, die zum Rosenkranzbeten einluden. Zwischen den einzelnen Gebeten pflegten sie sich tolle Spiele auszudenken und sofort durchzuführen. So auch an diesem warmen Frühlingstag des Jahres 1916. Plötzlich, so erzählt Lucia in ihren Erinnerungen, näherte sich ein etwa 14-15 Jahre alter Jüngling. Er schien mehr in der Luft zu schweben als auf der Erde zu gehen; als Lucia auf ihn blickte, war es, als würde die Sonne durch ihn hindurchstrahlen, als wäre er aus Kristall.     
      
Der Jüngling war von großer Schönheit, und das Licht, das ihn umgab, war weißer als der Schnee. Er gab sich als Engel des Friedens zu erkennen und forderte die Kinder auf, ihm die Worte nachzusprechen: "Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich. Ich bitte dich um Verzeihung für jene, die nicht glauben, Dich nicht anbeten, nicht hoffen und Dich nicht liebe".
           
Zweite Erscheinung          
Es war wohl gegen Ende Juli, als Lucia die Zeit der glühenden Mittagshitze beim Brunnen im elterlichen Bauernhof zusammen mit Francisco und Jacinta verbrachte. Mitten in ihr unbefangenes Spiel hinein trat plötzlich dieselbe Lichtgestalt wie damals am Cabeço, mit der Botschaft, dass Gebete und Opferdarbringungen ihrer Heimat den Frieden bringen würden: „Betet, betet viel! Die heiligsten Herzen Jesu und Mariens wollen euch Barmherzigkeit erweisen. Bringt ständig dem Allerhöchsten Gebete und Opfer dar. Bringt alles, was ihr könnt, Gott als Opfer dar, als Akt der Wiedergutmachung für die Sünden, durch die Er verletzt wird, und als Bitte um die Bekehrung der Sünder. Gewinnt so für euer Vaterland den Frieden. Ich bin sein Schutzengel, der Engel Portugals. Vor allem nehmt an und tragt mit Ergebung die Leiden, die der Herr euch schicken wird." Die drei Hirtenkinder nahmen die Botschaft ernst. Täglich knieten sie unzählige Male nieder, beugten die Stirn bis zur Erde und beteten das Gebet, das der Engel sie bei der Frühjahrserscheinung gelehrt hatte.
           
           
Dritte Erscheinung          
Die dritte Erscheinung muss irgendwann im Oktober oder Ende September stattgefunden haben an einem Herbsttag mit klarem, blauen Himmel. "Sobald wir dort ankamen", erinnert sich Schwester Lucia später, "begannen wir auf den Knien, die Gesichter am Boden, das Gebet des Engels zu wiederholen. Da sahen wir über uns ein unbekanntes Licht erstrahlen. Wir richteten uns auf, um zu sehen, was geschah, und sahen den Engel. In der linken Hand hielt er einen Kelch, darüber schwebte eine Hostie, von der einige Blutstropfen in den Kelch fielen. Der Engel ließ den Kelch in der Luft schweben, kniete sich zu uns und ließ uns dreimal wiederholen: "Heiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist! Ich opfere Dir auf den kostbaren Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus, gegenwärtig in allen Tabernakeln der Welt: zur Sühne für die Schmähungen, Sakrilegien und Gleichgültigkeiten, durch welche Er selbst beleidigt wird. Durch die unendlichen Verdienste Seines heiligsten Herzens und durch die des Unbefleckten Herzens Mariens erflehe ich von Dir die Bekehrung der armen Sünder."  Danach erhob sich der Engel, schritt wieder zu Kelch und Hostie zurück, reichte Lucia die heilige Hostie und teilte  anschließend das Blut Christi im Kelch  zwischen  Jacinta und Francisco auf mit dem Worten: "Empfangt den Leib und trinkt das Blut Christi, der durch die undankbaren Menschen so furchtbar beleidigt wird. Sühnt ihre Sünden und tröstet Euren Gott." Danach kniete der Engel erneut neben den Kindern nieder und wiederholte das "Gebet des Engels von Fatima" dreimal, ehe er den Blicken der Kinder entschwand.